Sandra Haischberger

„Sobald ich beginne, mich irgendwie zu verbiegen, fange ich an mit den Ohren zu wackeln.“



Sandra Haischberger ließ sich von der Flut an billigem Porzellan „made in China“ nicht beeindrucken und gründete mitten in Wien die Porzellanmanufaktur „feinedinge*“. Der wunderschön gestaltete Shop geht direkt ins Atelier über, in dem alles mit feiner Hand und mit Liebe zum Detail hergestellt wird.



Was hat dich dazu inspiriert die Porzellanmanufaktur „feinedinge*“ zu gründen?

Als meine Tochter Lili zur Welt kam, war der Moment für mich gekommen, dass ich mir den Schritt in die Selbständigkeit mit einem kleinen Atelier zugetraut habe. Ich dachte mir einfach „jetzt oder nie“, denn wieder zurück in ein Architekturbüro oder einen Lehrerjob war nicht mehr vorstellbar für mich.

Was war dein allererster Job?

Das war ein Ferialjob bei der Firma Umdasch in Amstetten. Schichtarbeit in einer Fabrikhalle – ein echter Knochenjob, bei dem ich wahnsinnig viel gelernt habe und zum ersten Mal richtig Geld verdient habe.

Bereust du etwas aus deiner Vergangenheit?

Nein! Überhaupt nicht. Eine Zeit lang habe ich mit meiner Ausbildung zur Lehrerin gehadert, aber im Grunde war das sehr wichtig für mich und überhaupt keine Zeitverschwendung…

Wie sieht die erste Stunde deines Tages aus?

Unbedingt ein großer Milchkaffee, Blumen gießen und, wenn möglich, Zeit für mich, um den Tag durchzudenken und die Ruhe zu genießen.

Wer oder was treibt dich an, wenn du nicht mehr kannst oder mal Zweifel hast?

Ich denke, das ist ein bestimmtes Gefühl von: „aufgeben oder sich hängen lassen is’ nicht“. Ich habe von meinen Eltern gelernt, dass es immer irgendwie weitergeht. Man darf nur nicht darauf warten, dass diesen Job jemand für dich erledigt. Weiterkommen im Leben funktioniert nur, wenn man sein Leben selbst in die Hand nimmt und das tut, was man tun möchte.

Was bedeutet dir Geld?

Es ist für mich insofern wichtig, als es mein Überleben und das meiner Familie sichern muss. Ich brauche es, um mir Wohnen, Arbeiten und Reisen ohne Sorgen leisten zu können. Dann kann ich gut schlafen und es geht mir gut.

Welchen Stellenwert hat Authentizität in deinem Leben?

Einen großen, weil ich für mich festgestellt habe, dass ich mich nur dann sicher fühle, wenn ich bin, was ich bin. Wenn es mir gelingt, mit meiner Meinung und meiner Arbeit so gut es geht bei mir zu bleiben, dann fühle ich mich wohl und es geht mir gut. Sobald ich beginne, mich irgendwie zu verbiegen, beginne ich mit den Ohren zu wackeln und das ist gar nicht gut…

Wem kannst du nicht genug DANKE sagen?

Meinen Eltern dafür, dass sie mir beigebracht haben, nicht aufzugeben und dass man als Familie einfach immer zusammenhält – egal was daher kommt.

Glaubst du an Gott?

An Gott im klassischen Sinn nicht, aber ich denke schon, dass es da gewisse spirituelle Dinge in unserem Leben gibt…

Ein absolutes No-Go ist für dich ...

Für jemanden zu arbeiten, dessen politische oder ethische Werte ich nicht teile.

Gehört den Mutigen die Welt?

JA, absolut! Immer nur jammern, dass sich nichts verändert, geht gar nicht. Irgendwann muss man springen!

Website: feinedinge.at